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„Die Intention meiner Arbeit ist, dem Löffel als Form nachzugehen,

  nicht der Funktion eines Löffels als Essgerät gerecht zu werden.”

Für Antje Dienstbir begann ihre Leidenschaft für die Form des Löffels, als Rudolf Bott ihr während des Studiums den archaischen Prozess vermittelte, aus Stangen Löffel zu schmieden, die durch die Kraft und Führung des Hammerschlages Gestalt annehmen.

Antje liebt es mit Silber zu arbeiten, das als Material prädestiniert ist, feinste Strukturen des Schmiedens an ihren Löffel-Objekten wiederzugeben und mit seiner kühlen Farbe Umrisse in den Vordergrund zu stellen.

Ein weiterer Werkstoff ist seit Ihrem Stipendienaufenthalt in Wolverhampton / England zu Antjes Begleiter geworden: Steinzeug -Ton. Zu den Löffeln entstehen aktuell Gefässe, bei deren Herstellung sie sich des Voran-Treibens der Masse mittels hämmern bedient.

Die zum Teil starke Dehnung des Tons aus einem Quader heraus erzeugt eine grobe Anmutung, bei der doch auch feine Linien der ursprünglichen Kanten sichtbar bleiben. Durch das prozesshafte Arbeiten mit ähnlichen Mitteln in unterschiedlichen Stoffen entsteht ein Dialog zwischen den silbernen Löffeln und der dunklen Keramik.

Im Projekt "Loeffel und Throne" bilden diese beiden Körper ein Paar, das sich bereits im Entstehungsprozess bedingt. Das irdene Material Ton dient dabei sowohl als Gussform für den Wachslöffel, als auch gebrannt zu seiner Präsentationsfläche, in der sich der Löffel als Abdruck zeichenhaft andeutet. Der dazugehörige aus Wachs gegossene Bronze- Silberlöffel zeigt die Anmutung von flüssigem Wachs in seiner Bewegung zu einer Momentaufnahme erstarrt.

Das Wechselspiel einer Form in ihrer Negativ- und Positivausprägung interessiert Antje Dienstbir im Besonderen, wenn sich diese im Laufe der Prozesse schrittweise und in Abhängigkeit der Materialien verändern, sich abschleift, neue Ausprägungen entstehen. Die Werkschau "Reliefs" zeugt davon.