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„Die Intention meiner Arbeit ist, dem Löffel als Form nachzugehen,

  nicht der Funktion eines Löffels als Essgerät gerecht zu werden.”

Aus Sterlingsilber-Stangen Löffelobjekte zu schmieden, die durch die Kraft des Hammerschlages und der Materialbeschaffenheit des Silbers Gestalt annehmen, fasziniert Antje Dienstbir seit ihres Studiums bei Rudolf Bott, der ihr diesen archaischen Prozess vermittelte. (silber | akene, Dienstbir 3 + 4)

Die Laffe als Hauptmerkmal eines Löffels aus Silberplatten zu treiben und zu ziselieren und diese neu zu interpretieren war ein Schwerpunkt ihrer Diplomarbeit.

Der Abdruck als Form gebendes Element begleitet sie schon seit vielen Jahren; zum Teil in grafischem Duktus, als Konturen beschreibende Formen oder als Verweis auf vergangene Handlungen und Symbol. Die Prägung in die Tiefe spannt das Metall um sich und assoziiert fragile Elastizität. Antje Dienstbir liebt es mit Silber zu arbeiten, das als Material prädestiniert ist, feinste Strukturen des Schmiedens und Prägens an ihren Löffeln wiederzugeben und mit seiner kühlen Farbe Umrisse in den Vordergrund zu stellen. (silber | akene, Dienstbir 1)

Die Eigenschaften eines weiteren Materials begeisterten sie während ihres Aufenthalts an der School of Art & Design, University of Wolverhampton, England. Fortan sollte auch Ton eine wichtige Rolle in ihrer Arbeit spielen. (silber | akene, Dienstbir 2)

Im Projekt „Loeffel und Throne” bilden diese beiden Körper ein Paar, das sich bereits im Entstehungsprozess bedingt. Das irdene Material Ton dient dabei sowohl als Gussform fĂĽr den Wachslöffel, als auch gebrannt zu seiner Präsentationsfläche, in der sich der Löffel als Abdruck zeichenhaft andeutet. Der dazugehörige aus Wachs gegossene Bronze- Silberlöffel zeigt die Anmutung von flĂĽssigem Wachs in seiner Bewegung zu einer Momentaufnahme erstarrt.

Das Wechselspiel einer Form in ihrer Negativ- und Positivausprägung interessiert Antje Dienstbir im Besonderen, wenn sich diese im Laufe der Prozesse schrittweise und in Abhängigkeit der Materialien verändern, sich abschleift, neue Ausprägungen entstehen. Die Werkschauen „Relief“  „Wachs und Gips“ zeugen davon.

Auch mit dem Formatwechsel des Objekts aus der Dreidimensionalität in die Fläche bleibt der rote Faden sichtbar und verweist auf die Ursprünge ihres Schaffens: der Löffel als Kontur.